Verbesserungsmaßnahmen
K+U, Umwelttechnik, Labor und Hydrologie GmbH; Tel.: +43 (0) 676 / 540 19 01, E-Mail: wasser@k-u.at

Mängel bei Trinkwasserversorgungsanlagen




Inspektion

Im Zuge der Inspektion einer Trinkwasserversorgungsanlage durch eine Inspektionsstelle wird neben der Stufenkontrolle immer die gesamte Anlage, inspiziert. Wird bei einer Inspektion nur ein Teil der Trinkwasserbauwerke inspiziert, so kann auch nur ein Inspektionsbericht über eine Teilinspektion erstellt werden (jährlich alternierende Teilinspektionen). Die Inspektion wird dabei von entsprechend geschultem Personal der Inspektionsstelle und unter Anwesenheit des für die Anlage Verantwortlichen (i.d.R. Wassermeister) durchgeführt. Bei den Begehungen werden bauliche Änderungen der Anlagen, Mängel, Besonderheiten oder besondere Vorkommnisse seit der letzten Inspektion schriftlich dokumentiert. Zudem wird eine umfassende Fotodokumentation erstellt, um die Gegebenheiten vor Ort zum Zeitpunkt der Inspektion belegen zu können.

Bei der Inspektion liegt das Augenmerk u.a. auf folgenden Punkten:


Quellsammelschächte, Quellstuben, Hochbehälter:

  • Vorhandensein engmaschiger Insektenschutzgitter

  • kraftschlüssige, durchgehend angebrachte Türrahmendichtungen

  • Überhöhung gegenüber dem Gelände, um das Eindringen von Oberflächenwasser zu verhindern

  • Kleintiere, einwachsende Wurzeln im Behälter)

  • funktionsfähige Froschklappen an den Überläufen

  • bauliche Schäden

  • Beurteilung hydrogeologischer Gegebenheiten, Quelleinzugsgebiet

  • Reinigungs- und Wartungsdokumentation, Ausführungspläne


  • Wasseraufbereitungsanlagen (UV-Desinfektion):

  • Anlagenspezifikationen inkl. Typenprüfung

  • durchgängige Dokumentation der Anlagenparameter sowie der Reinigungen und Wartungen

  • aktuelle Messwertanzeigen (Bestrahlungsintensität, Impulse, Durchfluss, etc.)

  • Funktionstest der Anlage (Simulierung einer Ausschaltung, Wasser in Verwurf, max. Durchfluss, etc.)

  • Beurteilung der Rahmenbedingungen für den Betrieb der Anlage


  • Wasseraufbereitungsanlagen (Chlor-Desinfektion):

  • Anlagenspezifikationen inkl. Typenprüfung

  • durchgängige Dokumentation der Anlagenparameter sowie der Reinigungen und Wartungen

  • aktuelle Messwertanzeigen

  • Kontrolle der Richtigkeit der Messwerte

  • verwendetes Desinfektionsmittel (Artikelnummer, Chargennummer, Ablaufdatum)



  • Vorgehensweise beim Auffinden von Mängeln

    Werden im Zuge der Inspektion Mängel entdeckt, so wird durch den Gutachter gemäß § 73 LMSVG anhand der TWV, dem LMSVG sowie dem ÖLMB Codexkapitel B1 beurteilt, inwieweit die Mängel die einwandfreie Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen können. Die Anlagen werden dann entsprechend dieser Beurteilung sowie anhand der Analysenergebnisse der Stufenkontrolle in folgende 3 Sparten unterteilt:

    ENTSPRICHT - Zur Verwendung als Trinkwasser geeignet
    Das Trinkwasser sowie die Gesamtanlage entsprechen in diesem Fall den gesetzlichen Anforderungen und darf in diese Form in Verkehr gebracht werden. Sofern Mängel entdeckt wurden, kann eine Beeinträchtigung der einwandfreien Qualität des Trinkwasser ausgeschlossen werden.


    Beispiel: defektes Insektenschutzgitter, geringfügiger Mangel



    ENTSPRICHT BEDINGT - Zur Aufrechterhaltung der Eignung des Wassers als Trinkwasser sind Maßnahmen erforderlich
    Das Trinkwasser sowie die Gesamtanlage entsprechen in diesem Fall nur bedingt den gesetzlichen Anforderungen. Das Wasser darf in dieser Form nur in Verkehr gebracht werden, sofern die Verbesserungsmaßnahmen fristgerecht umgesetzt werden.


    Beispiel: fehlende Türrahmendichtung, Mangel



    ENTSPRICHT NICHT - Zur Verwendung als Trinkwasser nicht geeignet
    Das Trinkwasser sowie die Gesamtanlage entsprechen in diesem Fall nicht den gesetzlichen Anforderungen. Das Wasser darf in dieser Form nicht in Verkehr gebracht werden. Maßnahmen zur Wiederherstellung der einwandfreien Qualität des abgegebenen Wassers sind unverzüglich zu ergreifen, um spätestens innerhalb von 30 Tagen den Parameterwerten zu entsprechen. Die Verbraucher sind in geeigneter Weise davon in Kenntnis zu setzen und auf etwaige Vorsichtsmaßnahmen hinzuweisen. Die zuständige Behörde ist zu informieren und alle erforderlichen Informationen sind ihr zur Verfügung zu stellen.


    Beispiel: Wurzeleinwüchse, grober Mangel




    Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen

    Im Trinkwassergutachten (dem Inspektionsbericht beiliegend) werden neben der Beurteilung der Anlage auch die Verbesserungsmaßnahmen aufgelistet. Den Verbesserungsmaßnahmen werden dabei Nummern zugeteilt (z.B. VM1). Für die Verbesserungsmaßnahmen werden auch Fristen für die Umsetzung festgelegt. Der Anlagenbetreiber wird dazu aufgefordert, die Behebung der Mängel binnen offener Frist der Inspektionsstelle zu melden. Dabei ist die Behebung der Mängel zu dokumentieren (z.B. Fotos) und im Betriebstagebuch zu vermerken. Nach Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen bzw. nach Ablauf der Fristen wird dem Betreiber per E-Mail ein Dokument mit den noch offenen bzw. bereits umgesetzt Verbesserungsmaßnahmen zur Bestätigung übermittelt.


    Beispiel: Mangel bei Inspektion, defektes Magnetventil, Fotodokumentation durch Anlagenbetreiber, Austausch Magnetventil, per E-Mail übermittelt









    Literaturverzeichnis:

    - Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch TWV (BGBl II Nr. 304/2001 i.d.g.F.)
    - Österreichisches Lebensmittelbuch, Codexkapitel B1, Trinkwasser (i.d.g.F.)
    - Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz LMSVG (BGBl I Nr. 13/2006 i.d.g.F.)